Heimische und eingeschleppte Zecken besser unterscheiden
Zeckenarten in Deutschland: Holzbock, Wiesenzecke, Hundezecke und Hyalomma
In Deutschland kommen verschiedene Zeckenarten vor. Sie unterscheiden sich in Körperzeichnung, Größe, Lebensraum, bevorzugten Wirten und ihrer möglichen Bedeutung als Krankheitsüberträger.
Hier erfährst du, wie der Gemeine Holzbock, die Wiesenzecke, die Braune Hundezecke und Hyalomma-Zecken aussehen, wo sie vorkommen und welche Besonderheiten du kennen solltest.
Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?
In Deutschland leben mehrere Arten aus der Familie der Schildzecken. Einige sind weit verbreitet, andere kommen nur regional, hauptsächlich bei bestimmten Tierarten oder als eingeschleppte Einzelfunde vor.
Für Menschen und Haustiere sind insbesondere diese Arten relevant:
- Gemeiner Holzbock – Ixodes ricinus,
- Wiesenzecke oder Buntzecke – Dermacentor reticulatus,
- Braune Hundezecke – Rhipicephalus sanguineus,
- Hyalomma-Zecken – insbesondere Arten der Gattung Hyalomma,
- Igelzecke – Ixodes hexagonus,
- Fuchszecke – Ixodes canisuga,
- Schafzecke – Dermacentor marginatus,
- und weitere spezialisierte Zeckenarten.
Diese Seite konzentriert sich auf die Arten, die für Menschen, Hunde und Katzen im Alltag besonders wichtig sind. Eine vollständige wissenschaftliche Artenbestimmung ist anhand eines Smartphone-Fotos nicht immer möglich.
Die wichtigsten Zeckenarten im Vergleich
Häufigste Zeckenart in Deutschland, meist dunkelbraun und ohne auffällig gemusterten Rückenschild.
Relativ groß und durch einen hell-dunkel gemusterten Rückenschild auffälliger als der Holzbock.
Gleichmäßig rotbraun, bevorzugt Hunde und kann sich unter geeigneten Bedingungen in Gebäuden vermehren.
Deutlich größer, schnell beweglich und häufig an den auffällig geringelten Beinen erkennbar.
Gemeiner Holzbock
- Wissenschaftlicher Name: Ixodes ricinus
- Aussehen: Dunkelbraun bis rötlich-braun, ohne auffällige helle Rückenzeichnung.
- Typische Wirte: Menschen, Hunde, Katzen, Wildtiere, Vögel und kleine Säugetiere.
- Lebensraum: Wälder, Waldränder, Wiesen, Parks, Gärten und feuchte Vegetation.
- Besonderheit: In Deutschland am weitesten verbreitete Schildzeckenart.
Wiesenzecke oder Buntzecke
- Wissenschaftlicher Name: Dermacentor reticulatus
- Aussehen: Auffälliger hell-dunkel oder emailleartig gemusterter Rückenschild.
- Typische Wirte: Besonders Hunde und größere Säugetiere.
- Lebensraum: Wiesen, Brachflächen, Feuchtgebiete und offene Landschaften.
- Besonderheit: Für Hunde als möglicher Überträger der Babesiose bedeutsam.
Braune Hundezecke
- Wissenschaftlicher Name: Rhipicephalus sanguineus
- Aussehen: Meist gleichmäßig rotbraun ohne auffällige helle Zeichnung.
- Typische Wirte: Vor allem Hunde, gelegentlich auch Katzen und Menschen.
- Lebensraum: Wärmere Regionen sowie beheizte Gebäude, Tierunterkünfte und Wohnungen.
- Besonderheit: Kann ihren gesamten Entwicklungszyklus unter geeigneten Bedingungen in Innenräumen durchlaufen.
Hyalomma-Zecke
- Wissenschaftlicher Name: Arten der Gattung Hyalomma
- Aussehen: Relativ groß, langbeinig und häufig mit auffällig geringelten Beinen.
- Typische Wirte: Größere Säugetiere, Pferde, Nutztiere und gelegentlich Menschen.
- Lebensraum: Normalerweise warme und eher trockene Regionen.
- Besonderheit: Bewegt sich aktiver und schneller als der Gemeine Holzbock.
Gemeiner Holzbock: Die häufigste Zeckenart
Der Gemeine Holzbock ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Schildzeckenart. Er befällt Menschen ebenso wie Hunde, Katzen, Wildtiere, Vögel und kleine Säugetiere.
Er lebt bevorzugt in feuchten und geschützten Bereichen mit bodennaher Vegetation. Dazu gehören Wälder, Waldränder, hohes Gras, Laub, Gebüsch, Parks und Gärten.
Wie sieht ein Gemeiner Holzbock aus?
Der Gemeine Holzbock wirkt vor der Blutmahlzeit eher flach und oval. Seine Farbe reicht je nach Entwicklungsstadium und Geschlecht von dunkelbraun bis rötlich-braun.
Das Rückenschild ist nicht auffällig hell gemustert. Eine vollgesogene weibliche Zecke kann deutlich größer werden und grau, beige oder graubraun erscheinen.
Wie groß ist ein Gemeiner Holzbock?
Die Größe variiert deutlich:
- Larven sind teilweise kleiner als ein Millimeter.
- Nymphen sind häufig nur wenige Millimeter groß.
- Erwachsene Zecken sind vor dem Saugen ebenfalls relativ klein und flach.
- Vollgesogene Weibchen können sich stark vergrößern.
Besonders Nymphen werden leicht mit Schorf, einem Muttermal oder einem kleinen dunklen Fremdkörper verwechselt.
Wann ist der Gemeine Holzbock aktiv?
Seine Aktivität hängt vor allem von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Bei geeigneten Bedingungen kann der Gemeine Holzbock bereits bei niedrigen einstelligen Temperaturen aktiv werden.
Besonders häufig werden Zecken im Frühjahr und Herbst gefunden. Auch im Sommer und während milder Winterperioden ist ein Zeckenkontakt möglich.
Eine feste Zeckensaison nach Kalender gibt es deshalb nur eingeschränkt.
Welche Krankheiten kann der Gemeine Holzbock übertragen?
Der Gemeine Holzbock kann verschiedene Krankheitserreger aufnehmen und beim Saugvorgang übertragen.
Für Menschen sind insbesondere relevant:
- Lyme-Borreliose,
- FSME,
- und seltenere bakterielle oder parasitäre Infektionen.
Für Hunde können unter anderem Borreliose, Anaplasmose und regional weitere Infektionen eine Rolle spielen.
Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger und nicht jeder Stich führt zu einer Erkrankung.
Wiesenzecke oder Buntzecke
Dermacentor reticulatus wird häufig noch als Auwaldzecke bezeichnet. In der neueren deutschsprachigen Kommunikation werden auch die Bezeichnungen Wiesenzecke und Buntzecke verwendet.
Die Art hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland deutlich ausgebreitet und ist besonders für Hunde relevant.
Wie sieht die Wiesenzecke aus?
Die Wiesenzecke ist meist größer und auffälliger als der Gemeine Holzbock. Besonders charakteristisch ist der hell-dunkel gemusterte Rückenschild.
Die Zeichnung kann weißlich, grau, cremefarben oder silbrig wirken und wird teilweise als marmoriert oder emailleartig beschrieben.
Bei Weibchen bedeckt der gemusterte Schild nur den vorderen Teil des Rückens. Bei Männchen kann die Zeichnung einen größeren Teil des Rückens einnehmen.
Wo lebt die Wiesenzecke?
Die Wiesenzecke bevorzugt eher offene und teilweise feuchte Landschaften.
Typische Fundorte sind:
- Wiesen,
- Brachflächen,
- Feuchtwiesen,
- Grünstreifen,
- Waldränder,
- und offene Flächen mit höherer Vegetation.
Sie ist nicht ausschließlich an klassische Auwälder gebunden. Die ältere Bezeichnung Auwaldzecke kann deshalb einen falschen Eindruck vom Lebensraum vermitteln.
Wann ist die Wiesenzecke aktiv?
Die Wiesenzecke kann auch während kühlerer Perioden aktiv sein. Häufig werden Aktivitätsschwerpunkte im Frühjahr und Herbst beobachtet.
Während milder Winter kann sie ebenfalls auf Hunden gefunden werden. Zeckenschutz sollte deshalb nicht ausschließlich nach Sommermonaten geplant werden.
Warum ist die Wiesenzecke für Hunde wichtig?
Die Wiesenzecke kann den Erreger Babesia canis übertragen. Dieser einzellige Parasit befällt rote Blutkörperchen und kann beim Hund eine Babesiose verursachen.
Mögliche Warnzeichen beim Hund sind:
- Fieber,
- starke Müdigkeit,
- Appetitlosigkeit,
- blasse oder gelbliche Schleimhäute,
- dunkelroter oder brauner Urin,
- Schwäche,
- und eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Solche Beschwerden sind ein Grund für eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung. Ein bekannter Zeckenstich oder eine Reise sollte dabei erwähnt werden.
Braune Hundezecke
Die Braune Hundezecke ist ursprünglich an wärmere Klimabedingungen angepasst und kommt besonders in südlichen Regionen Europas vor.
Sie wird häufig durch Hunde und Reisen in nördlichere Regionen eingeschleppt. Im Gegensatz zu vielen heimischen Arten kann sie sich unter geeigneten Bedingungen auch in beheizten Gebäuden vermehren.
Wie sieht die Braune Hundezecke aus?
Die Braune Hundezecke ist meist relativ einheitlich rotbraun bis dunkelbraun gefärbt. Eine auffällige helle Marmorierung wie bei der Wiesenzecke fehlt normalerweise.
Der Körper wirkt länglich-oval und vor der Blutmahlzeit relativ flach. Vollgesogene Weibchen können sich deutlich vergrößern und heller erscheinen.
Welche Tiere befällt die Braune Hundezecke?
Der bevorzugte Wirt ist der Hund. Die Art kann jedoch auch Katzen und Menschen befallen.
Bei einem Befall können mehrere Entwicklungsstadien gleichzeitig in der Umgebung vorkommen.
Kann die Braune Hundezecke in einer Wohnung leben?
Ja. Unter geeigneten warmen Bedingungen kann die Braune Hundezecke ihren Entwicklungszyklus in Gebäuden durchlaufen.
Mögliche Fundorte sind:
- Hundeschlafplätze,
- Tierheime und Hundepensionen,
- Fußleisten,
- Ritzen und Spalten,
- Transportboxen,
- Garagen,
- und beheizte Nebengebäude.
Ein wiederholter Fund mehrerer Zecken in der Wohnung sollte nicht nur durch das Absammeln einzelner Tiere behandelt werden. Tier und Umgebung müssen gemeinsam beurteilt werden.
Was tun bei Verdacht auf Braune Hundezecken?
- Gefundene Zecken sicher entfernen und möglichst für eine Bestimmung aufbewahren.
- Den Hund vollständig absuchen.
- Weitere Haustiere kontrollieren.
- Schlafplätze, Transportboxen und Aufenthaltsbereiche überprüfen.
- Die Tierarztpraxis über Reisen und wiederholte Zeckenfunde informieren.
- Bei bestätigtem Befall Tier und Umgebung koordiniert behandeln lassen.
- Keine ungeprüften Insektizide in Wohnräumen einsetzen.
Eine professionelle Artbestimmung kann wichtig sein, weil sich die Bekämpfung eines Gebäudebefalls deutlich von der Entfernung einer einzelnen eingeschleppten Zecke unterscheidet.
Welche Krankheiten kann die Braune Hundezecke übertragen?
Die Braune Hundezecke kann verschiedene Krankheitserreger übertragen, die besonders für Hunde relevant sind.
Dazu gehören je nach Region unter anderem Erreger von:
- Ehrlichiose,
- Babesiose,
- Hepatozoonose,
- und weiteren vektorübertragenen Infektionen.
Das individuelle Risiko hängt stark von Herkunft, Reisegebiet und dem dortigen Erregervorkommen ab.
Hyalomma-Zecken
Hyalomma-Zecken stammen überwiegend aus wärmeren und trockeneren Regionen Afrikas, Asiens und Südeuropas. Entwicklungsstadien können unter anderem durch Zugvögel nach Mitteleuropa gelangen.
In Deutschland werden immer wieder einzelne ausgewachsene Exemplare gefunden. Insgesamt sind solche Funde im Vergleich zum Gemeinen Holzbock weiterhin selten.
Wie sieht eine Hyalomma-Zecke aus?
Hyalomma-Zecken fallen durch mehrere Merkmale auf:
- deutlich größerer Körper als bei vielen heimischen Zecken,
- lange Beine,
- auffällig hell-dunkel geringelte Beine,
- relativ schnelle Fortbewegung,
- und ein insgesamt hochbeinigeres Erscheinungsbild.
Die Beinzeichnung ist eines der auffälligsten Merkmale. Dennoch sollte eine Bestimmung möglichst durch eine fachkundige Stelle erfolgen.
Jagen Hyalomma-Zecken ihren Wirt?
Im Unterschied zum Gemeinen Holzbock können ausgewachsene Hyalomma-Zecken einen möglichen Wirt aktiv verfolgen.
Sie bewegen sich schneller und zielgerichteter über den Boden. Dadurch wirken sie im direkten Vergleich ungewöhnlich beweglich.
Welche Wirte befallen Hyalomma-Zecken?
Ausgewachsene Hyalomma-Zecken befallen häufig größere Säugetiere.
Mögliche Wirte sind:
- Pferde,
- Rinder und andere Nutztiere,
- Wildtiere,
- Hunde,
- und Menschen.
Larven und Nymphen können dagegen auf Vögeln und kleineren Tieren sitzen und dadurch über größere Entfernungen transportiert werden.
Warum werden Hyalomma-Zecken beobachtet?
Einzelne Hyalomma-Arten können Krankheitserreger übertragen, die in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten medizinisch bedeutsam sind.
Dazu gehören unter anderem bestimmte Rickettsien sowie bei einigen Arten das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus.
Ein Fund einer Hyalomma-Zecke in Deutschland bedeutet nicht automatisch, dass sie einen gefährlichen Erreger trägt.
Weitere Zeckenarten in Deutschland
Neben den bekannten Arten gibt es weitere Zecken, die stärker an bestimmte Wirte oder Lebensräume angepasst sind.
Igelzecke
Die Igelzecke kommt häufig in den Nestern und Ruheplätzen von Igeln vor. Sie kann auch Hunde, Katzen und gelegentlich Menschen befallen.
Da Igel Unterschlupf in Gärten, Schuppen und Gebäuden suchen, kann diese Zeckenart auch in der Nähe von Wohnhäusern auftreten.
Fuchszecke
Die Fuchszecke befällt besonders Füchse und andere hundeartige Tiere. Auch Hunde können betroffen sein.
Sie hält sich häufig in Bauen, Nestern und geschützten Ruheplätzen ihrer Wirte auf.
Schafzecke
Die Schafzecke gehört ebenfalls zur Gattung Dermacentor. Sie kommt eher in warmen und trockenen Gebieten vor und kann verschiedene größere Säugetiere befallen.
Vogelzecken
Vögel können von verschiedenen Zeckenarten und Entwicklungsstadien befallen werden. Dadurch spielen sie bei der Verbreitung von Zecken über größere Entfernungen eine Rolle.
Für Laien sind solche Arten nicht immer sicher voneinander zu unterscheiden. Die genaue Bestimmung kann eine mikroskopische Untersuchung erfordern.
Schildzecken und Lederzecken: Was ist der Unterschied?
Zecken werden grob in Schildzecken und Lederzecken unterteilt.
Schildzecken
Schildzecken besitzen auf dem Rücken einen festen Schild. Zu ihnen gehören der Gemeine Holzbock, die Wiesenzecke, die Braune Hundezecke und Hyalomma-Zecken.
Die meisten Zecken, die Menschen und Haustiere in Deutschland im Freien finden, gehören zu dieser Gruppe.
Lederzecken
Lederzecken besitzen keinen vergleichbaren harten Rückenschild. Ihr Körper wirkt lederartig und der Kopfbereich ist von oben häufig schlechter sichtbar.
Sie leben oft in Nestern, Höhlen, Ställen oder anderen geschützten Aufenthaltsorten ihrer Wirte.
Wie kannst du eine Zeckenart bestimmen?
Für eine erste Orientierung solltest du mehrere Merkmale gemeinsam betrachten.
- Größe prüfen: Vergleiche die Zecke möglichst mit einem Lineal oder einer Münze.
- Rückenzeichnung betrachten: Achte auf einfarbige oder marmorierte Bereiche.
- Beine ansehen: Prüfe Länge, Farbe und mögliche Ringelung.
- Körperform beachten: Ist die Zecke rundlich, oval oder auffällig langbeinig?
- Saugzustand einschätzen: Eine vollgesogene Zecke sieht anders aus als ein flaches Tier.
- Fundort notieren: Halte Land, Region und Umgebung fest.
- Wirt dokumentieren: Notiere, ob die Zecke auf Mensch, Hund, Katze, Pferd oder in einem Gebäude gefunden wurde.
- Reisen berücksichtigen: Prüfe, ob Mensch oder Tier kürzlich im Ausland war.
- Fotos anfertigen: Fotografiere Oberseite, Unterseite und Beine bei gutem Licht.
Die Bestimmung anhand eines einzelnen unscharfen Fotos ist häufig unsicher. Kleine Merkmale an Mundwerkzeugen, Rückenschild und Körperunterseite können entscheidend sein.
Kann die Zeckenart anhand der Farbe erkannt werden?
Die Farbe kann einen Hinweis geben, reicht allein aber nicht aus.
Gründe dafür sind:
- Weibchen und Männchen können unterschiedlich aussehen.
- Larven und Nymphen sind anders gefärbt als erwachsene Zecken.
- Der Körper verändert sich während der Blutmahlzeit.
- Licht und Smartphone-Kamera können Farben verfälschen.
- Mehrere Arten können ähnlich braun oder dunkel wirken.
Besonders aussagekräftig sind die Kombination aus Rückenzeichnung, Beinmuster, Körperform, Größe und Fundumständen.
Kann eine vollgesogene Zecke noch bestimmt werden?
Eine Artbestimmung kann schwieriger werden, wenn der Hinterleib stark vergrößert ist. Einige Merkmale bleiben dennoch erkennbar.
Dazu gehören:
- Form und Zeichnung des Rückenschilds,
- Farbe und Länge der Beine,
- Beinringelung,
- Mundwerkzeuge,
- und Merkmale der Körperunterseite.
Für eine zuverlässige Bestimmung kann eine fachkundige Untersuchung notwendig sein.
Wie bewahrst du eine Zecke zur Bestimmung auf?
Eine entfernte Zecke kann für eine mögliche Artbestimmung in einem kleinen, sicher verschlossenen Behälter aufbewahrt werden.
- Zecke nicht mit bloßen Fingern zerdrücken.
- In ein kleines dichtes Gefäß oder einen verschließbaren Beutel geben.
- Funddatum notieren.
- Fundort und Körperstelle dokumentieren.
- Wirt und mögliche Reise angeben.
- Behälter außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren aufbewahren.
- Bei Bedarf eine geeignete Fachstelle nach Einsendemöglichkeiten fragen.
Die Untersuchung einer Zecke auf Krankheitserreger ersetzt keine medizinische oder tiermedizinische Beurteilung der gestochenen Person beziehungsweise des Tieres.
Kann man einer Zecke ansehen, ob sie Krankheitserreger trägt?
Nein. Größe, Farbe, Art und Saugzustand zeigen nicht zuverlässig, ob eine Zecke mit einem Krankheitserreger infiziert ist.
Auch eine unauffällige kleine Zecke kann Erreger tragen. Umgekehrt ist eine große oder ungewöhnlich aussehende Zecke nicht automatisch infiziert.
Welche Zeckenart überträgt welche Krankheit?
Einige Zeckenarten sind als Überträger bestimmter Krankheitserreger besonders bedeutsam. Die Zuordnung ist jedoch nicht immer exklusiv.
Gemeiner Holzbock
- Borrelien,
- FSME-Viren,
- Anaplasmen,
- und weitere seltenere Erreger.
Wiesenzecke oder Buntzecke
- insbesondere Babesia canis beim Hund,
- und regional weitere Erreger.
Braune Hundezecke
- Ehrlichien,
- Babesien,
- Hepatozoen,
- und weitere regional vorkommende Erreger.
Hyalomma-Zecken
- bestimmte Rickettsien,
- und in ihren Hauptverbreitungsgebieten bei einzelnen Arten weitere medizinisch relevante Erreger.
Welche Infektion tatsächlich möglich ist, hängt von Zeckenart, Region, Verbreitung des Erregers und Wirt ab.
Welche Zeckenarten stechen Menschen?
Die meisten Zeckenstiche bei Menschen in Deutschland gehen auf den Gemeinen Holzbock zurück.
Grundsätzlich können jedoch auch andere Schildzecken Menschen als Wirt nutzen. Dazu zählen unter bestimmten Umständen Wiesenzecken, Braune Hundezecken und Hyalomma-Zecken.
Nach jedem Zeckenstich sind die sichere Entfernung und die Beobachtung der Einstichstelle wichtiger als eine sofortige Artbestimmung.
Welche Zeckenarten befallen Hunde?
Hunde können von verschiedenen Zeckenarten befallen werden.
Besonders relevant sind:
- Gemeiner Holzbock,
- Wiesenzecke oder Buntzecke,
- Braune Hundezecke,
- Igelzecke,
- Fuchszecke,
- und nach Reisen weitere Arten.
Die Art ist für die Einschätzung möglicher Erkrankungen hilfreich. Entscheidend bleiben jedoch wirksamer Zeckenschutz, regelmäßiges Absuchen und die Beobachtung des Hundes.
Welche Zeckenarten befallen Katzen?
Katzen werden häufig vom Gemeinen Holzbock befallen. Je nach Region, Lebensweise und Reise können auch weitere Arten vorkommen.
Dazu können gehören:
- Wiesenzecken,
- Igelzecken,
- Braune Hundezecken,
- und andere regional vorkommende Schildzecken.
Freigängerkatzen sollten regelmäßig an Kopf, Ohren, Hals, Nacken, Brust, Achseln und Pfoten kontrolliert werden.
Musst du eine Zeckenart vor dem Entfernen bestimmen?
Nein. Eine festgesogene Zecke sollte möglichst zeitnah entfernt werden. Warte nicht mit der Entfernung, nur um vorher die Art zu bestimmen.
- Eine feine Pinzette oder ein geeignetes Zeckenwerkzeug verwenden.
- Die Zecke möglichst dicht an der Haut greifen.
- Den Hinterleib nicht unnötig quetschen.
- Die Zecke langsam und kontrolliert entfernen.
- Kein Öl, keinen Klebstoff, Nagellack oder Alkohol auftragen.
- Die Einstichstelle anschließend reinigen.
- Datum und Körperstelle notieren.
- Bei Interesse die entfernte Zecke sicher aufbewahren und fotografieren.
Wann ist nach einem Zeckenstich fachlicher Rat wichtig?
Eine problemlos entfernte Zecke erfordert bei einem Menschen ohne Beschwerden nicht automatisch einen Arztbesuch.
Medizinischer Rat ist jedoch sinnvoll bei:
- einer sich ausbreitenden Rötung,
- Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl,
- starken Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen,
- neurologischen Auffälligkeiten,
- einer stark entzündeten Einstichstelle,
- oder Problemen bei der Entfernung.
Bei Hunden und Katzen sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden, wenn nach einem Zeckenstich Fieber, starke Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, auffällige Schleimhäute, Lahmheit, Atemprobleme oder neurologische Beschwerden auftreten.
Häufige Fehler beim Bestimmen von Zeckenarten
Nur die Größe vergleichen
Eine vollgesogene kleine Art kann größer aussehen als eine nicht vollgesogene größere Art.
Nur die Farbe betrachten
Licht, Kamera und Saugzustand können die Farbe deutlich verändern.
Eine gemusterte Zecke automatisch als Hyalomma einordnen
Auch Wiesenzecken besitzen eine auffällige Zeichnung. Bei Hyalomma fallen vor allem die langen, häufig geringelten Beine auf.
Jede braune Zecke für eine Braune Hundezecke halten
Viele Zeckenarten wirken braun. Fundort, Wirt und weitere Körpermerkmale müssen berücksichtigt werden.
Mit der Entfernung warten
Die Zecke sollte zeitnah entfernt werden. Die Art kann bei Bedarf anschließend bestimmt werden.
Aus der Art auf eine Infektion schließen
Auch eine als Überträger bekannte Zeckenart trägt nicht automatisch einen Krankheitserreger.
Ein unscharfes Foto als sicheren Beweis ansehen
Für eine verlässliche Bestimmung können mikroskopisch kleine Merkmale erforderlich sein.
Häufige Fragen zu Zeckenarten
Welche Zeckenart kommt in Deutschland am häufigsten vor?
Der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Schildzeckenart in Deutschland und für einen großen Teil der Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich.
Wie erkenne ich einen Gemeinen Holzbock?
Der Gemeine Holzbock ist meist dunkelbraun bis rötlich-braun und besitzt keine auffällige helle Marmorierung. Größe und Farbe verändern sich während der Blutmahlzeit.
Ist die Auwaldzecke dasselbe wie die Wiesenzecke?
Die Art Dermacentor reticulatus wurde lange Auwaldzecke genannt. Heute werden auch die Begriffe Wiesenzecke oder Buntzecke verwendet.
Wie erkenne ich eine Wiesenzecke?
Typisch ist ein auffällig hell-dunkel gemusterter oder marmorierter Rückenschild. Die Art ist meist größer und auffälliger als der Gemeine Holzbock.
Wie sieht eine Braune Hundezecke aus?
Sie ist meist gleichmäßig rotbraun und relativ unscheinbar gefärbt. Sie befällt bevorzugt Hunde und kann sich unter geeigneten Bedingungen in Gebäuden vermehren.
Wie erkenne ich eine Hyalomma-Zecke?
Hyalomma-Zecken sind relativ groß, langbeinig und häufig an auffällig hell-dunkel geringelten Beinen erkennbar. Sie bewegen sich schneller als viele heimische Zeckenarten.
Welche Zecke überträgt Borreliose?
In Deutschland ist vor allem der Gemeine Holzbock als Überträger von Borrelien bedeutsam. Nicht jede einzelne Zecke ist infiziert.
Welche Zecke überträgt Babesiose beim Hund?
Für die Übertragung von Babesia canis ist besonders die Wiesenzecke beziehungsweise Buntzecke relevant.
Kann eine Zecke in der Wohnung leben?
Der Gemeine Holzbock vermehrt sich normalerweise im Freien. Die Braune Hundezecke kann sich dagegen unter geeigneten warmen Bedingungen in Gebäuden entwickeln.
Muss ich die Zeckenart vor der Entfernung kennen?
Nein. Entferne die Zecke möglichst zeitnah. Anschließend kannst du sie fotografieren oder für eine mögliche Artbestimmung aufbewahren.
Kann die Zecken-Kamera die Art bestimmen?
Nein. Die Zecken-Kamera dient als Vergrößerungs- und Betrachtungshilfe. Eine automatische oder sichere wissenschaftliche Artbestimmung erfolgt nicht.
Zeckenwissen weiter vertiefen
Zeckenwissen
Lebensweise, Körperbau, Entwicklung und häufige Irrtümer verstehen.
Zecken in Deutschland
Verbreitung, Aktivität und regionale Besonderheiten kennenlernen.
Zecken im Garten
Typische Lebensräume erkennen und das Risiko reduzieren.
Krankheiten durch Zecken
Borreliose, FSME und tiermedizinische Erkrankungen im Überblick.
Zecke erkennen
Körperform, Beine, Größe und Saugzustand richtig einordnen.
Qualität und Quellen
Für die fachliche Erstellung und Überprüfung dieser Seite wurden insbesondere Informationen öffentlicher Gesundheits- und Umweltinstitutionen sowie veterinärmedizinischer Fachorganisationen berücksichtigt.
Robert Koch-Institut: Hyalomma-Zecken ↗
Umweltbundesamt: Vorsicht vor Schildzecken ↗
ESCCAP Deutschland: Zecken beim Hund ↗
ESCCAP Deutschland: Zecken bei der Katze ↗
ESCCAP Deutschland: Babesiose beim Hund ↗
ECDC: Hyalomma marginatum ↗
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